Beeindruckend schöne Landschaft, freundliche Leute, ausgefeilte Organisation, top Fahrerlager, absolut fordernde, steil ansteigende 1,758 Kilometer Strecke, flüssige Abwicklung, vier Trainings- und drei Rennläufe, von denen die besten zwei zur Wertung herangezogen wurden, zeitnahe Siegerehrung. Racing-Herz, was willst du eigentlich mehr? Das Bergrennen Hemberg lässt wenig Spielraum für weitergehende Wünsche. Dass an beiden Tagen der Zeitplan nicht ganz eingehalten werden konnte, lag an diversen Vorfällen, die der Veranstalter nicht zu verantworten hatte. Die längste Unterbrechung des Sonntags löste der Unfall eines Schweizer BMW-Piloten aus, der mit dem Helikopter ins Klinikum geflogen wurde. Von dort kam schon bald Entwarnung. Ein Wirbelbruch, der keine OP nötig macht, sondern von selbst heilen wird.
Damit zum puren Sport. Die KW Berg-Cup Truppe verkleinerte sich durch Absagen bereits vor dem Start. Die genannten Gründe reichen von Wolsfeld-Nachwehen bis zum simplen „Auto nicht fertig“. So, bevor wir loslegen können, noch ein kurzes Wort zum Thema Wertung. Die Hemberg Klasseneinteilung richtete sich rein nach Hubraum, vereinnahmte also auch die KW Berg-Cup Teilnehmer der Division Performancefactor (Pf). Für die Meisterschaft musste, wie in unserer Ausschreibung vorgesehen, daher nachträglich ein nach Klassik und Pf getrenntes Ergebnis erstellt werden. Und genau über dieses, das natürlich vom Tagesresultat abweicht, sprechen wir im folgenden Text.
Die 1400er Klassikabteilung litt am stärksten unter den Absagen, blieb aber mit ihren vier Startern selbständig. Armin Ebenhöh konnte erst spät anreisen und deshalb nur an zwei Trainingssitzungen teilnehmen. Was für ihn aber kein Hindernis war. Mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V gewann er souverän vor Thomas Kohler im Fiat X1/9 16-Ventiler. Nur 0,80 Sekunden dahinter platzierte sich René Christall, dessen Simca Rallye 2 in der Schweiz tadellos funktionierte, als Dritter, war zugleich KW 8V-Trophy Gewinner. Auch Rang vier ging mit Youngster Luca Fuchs an einen 8-Ventiler Piloten.
Klassik-1600er und 2-Liter rannten in der Schweiz miteinander. Leider musste Ronny Hering am Samstagabend die Segel streichen. Verdächtig laute Geräusche aus dem Getriebe seines VW Scirocco Gr. 2 stellten sich gegen ein Weitermachen. Also blieb der offene Schlagabtausch zwischen Tobias Auchter (Opel Spiess Corsa A GSi) und Werner Weiss im Ford Escort RS 1800. Daraus ging schlussendlich Tobias Auchter als Sieger hervor, sein Vorsprung betrug nach zwei Läufen 0,76 Sekunden.
Die Klasse bis 3000 Kubikzentimeter glich einem Opel Kadett C Markenpokal. Mit einer 8-Ventiler Frank Limousine gegen drei 16V-Coupés. Von Anfang an ließ Michael Ostermann keine Zweifel an seinen Sieg-Ambitionen aufkommen. Er gewann klar vor Thomas Claus, der mit einem störrischen Keilriemen und einer gelb-roten Flagge zu kämpfen hatte. Podestplatz drei samt KW 8V-Trophy Pokal sicherte sich Roland Christall. Edi Bodenmüller, nach längerer Pause wieder im Einsatz, legte sich im Training mit der Streckenbegrenzung an, was das Hemberg-Aus zur Folge hatte.
Im Performancefactor-Lager mussten die Gruppen 5 und 4 zusammengelegt werden. Der Sieger dieser Konstellation hieß Moritz Minichberger im Honda Civic Type R. Er gewann sicher vor Karl-Heinz Schlachter mit seinem BMW 2002tii Alpina, der als Zweiter bester KW 8V-Trophy Pilot seiner Klasse war, und Rookie Alexander Thrun (Renault Clio 2 Cup).
Die Pf 3b glänzte mit reichlich Turbo-Power. Pascal Ehrmann siegte hier mit seinem Subaru Impreza WRX STI klar vor Daniel Müller (BMW M140i) und Sabine Göhrig im Ford Focus ST.
Den Family-Team Audi TT pilotierte beim Schweiz-Gastspiel Sven Prinzing. In der Pf 1 traf ihn das Schicksal des Alleinunterhalters. Was ihn nicht davon abhielt, von Lauf zu Lauf immer bessere Zeiten zu erzielen.
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen, aktuell muss das heißen „vor den Rennen“. Denn die nächsten beiden stehen schon unmittelbar vor der Tür. Am kommenden Wochenende (12.-14.06.) steht Glasbach auf dem Programm, das zur FIA European Hill Climb Championship zählt. Auch danach bleibt Thüringen absolut im Fokus der Gipfelsprintfreunde. Vom 19. bis 21. Juni ist in Heilbad Heiligenstadt das Ibergrennen angesagt. Das heißt im Klartext, der Juni bietet am laufenden Band Bergrennsport der Extraklasse. Dazu seid ihr alle herzlich eingeladen, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde.
Uli Kohl, 09.06.2026
