Die Überschrift passt leider nicht nur zum Geschehen auf der hochselektiven, vom Saarland nach Rheinland-Pfalz führenden 2,6-Kilometer-Piste, sondern darüber hinaus auch zu diversen Dingen in deren Umfeld. Um 08:30 Uhr soll Trainingslauf Nummer eins beginnen. Das funktioniert leider nicht. In der Nacht vom Freitag zum Samstag sind die Kabel der Ampelanlage mehrfach durchtrennt und außerdem so manipuliert worden, dass ein Kurzschluss besteht. Also Totalausfall der roten Lichtsignale für die Aktiven plus der Warnhupe für die Rennleitung. Die schnell eingeleiteten Reparaturen bringen keinen Erfolg, nur die Uhr tickt unbarmherzig weiter. Als entschieden wird, auf Lichtsignale zu verzichten und allein auf rote Flaggen zu setzen, ist weit über eine halbe Stunde verloren. Gleichzeitig wird der Startabstand von 30 Sekunden auf eine Minute erhöht. Das ein verschwundenes Stromaggregat dem rätselhaften, bösen Treiben die Krone aufsetzt, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber das ist noch nicht alles, womit sich das Orga-Team des „51. Homburger ADAC Bergrennen“ konfrontiert sieht. Kurz nach Mitternacht fällt zwischen Startlinie und erster Kurve ein Baum quer über die Strecke, am Sonntagnachmittag bläst der zunehmende Wind Bauzäune, an denen Werbebanner befestigt sind, einfach um und damit auf die Piste. Ein weiterer Baum stürzt. Zum Glück im Wald und parallel zur Strecke. Da, wo kein kühlender Windhauch hinkommt, ist es richtig heiß. Am Zuschauerpunkt beim Start entsteht bereits morgens sogar ein kleines Bodenfeuer, das aber schnell gelöscht werden kann. Die aktiven Teilnehmer müssen sich ihrerseits auf veränderte Sichtverhältnisse einstellen. Denn im Abschnitt nach dem Brückchen sind auf beiden Seiten der Straße Bäume gefällt worden.
Ein regelmäßiger, unbeliebter Zaungast, der sich bei den letzten Rennen zum Glück etwas zurückgehalten hat, beschließt ausgerechnet für Homburg, wo die Anzahl der Teilnehmenden ohnehin relativ überschaubar ist, zu verstärkter Aktivität. Gemeint ist damit die Defekthexe, die einfach keine Ruhe geben will. Wer alles ihrem Wirken zum Opfer gefallen ist, das verraten wir euch im Sportteil, der sofort durchstartet.
Im NSU-Bergpokal treten sechs luftgekühlte Heckmotorrenner an. Jörg Davidovic testet dabei einen TT aus den Beständen der Family Hofmann. Mehr als zwei Übungs- plus ein Rennlauf sind Jörg damit allerdings nicht gegönnt. Ihr ahnt den Grund? Richtig! Technische Probleme sind der Auslöser. Aber damit nicht genug. Denn Roman Szott erfreut sich in der Regel eines zuverlässigen Autos. Aber in Homburg ändert die Defekthexe das. Roman muss sich nach dem ersten Race-Heat mit Motorschaden abmelden. Derweil bestimmt Jannik Hofmann das Geschehen an der Spitze, gewinnt gemäß dem Modus „die besten zwei von drei Läufen“ klar mit 11,386 Sekunden Vorsprung. Was dahinter abgeht ist hochinteressant. Denn im Kampf um Klassenplatz zwei, der zugleich der Fight um den Sieg in der Klassik-Wertung ist, geht es super eng zu. Involviert sind hier Walter Voigt und Dieter Kohl. Schlussendlich setzt sich Walter um 1,197 Sekunden durch, allerdins nur 2 Läufe, wegen der Defekthexe im Antrieb. Vierter und damit auch Dritter Klassiker wird Dieter Kirch, der in Homburg sein erstes Rennen in der 25. NSU-Bergpokal-Saison bestreitet.
Und damit zur Division Klassik. Immer noch nicht satt, befällt die Defekthexe auch deren 1400er Klasse. Offenbar hat sie Heißhunger, denn sie führt gleich im Training einen Doppelschlag durch. Gezielt attackiert sie den VW Golf 1 16V von Marcel Hellberg. Sie beraubt diesen seines sechsten Ganges und sorgt obendrein dafür, dass der Öldruck in den Keller fällt. Nach der ersten Übungsauffahrt ist Schluss, womit sich auch das erwartete Duell zwischen Marcel und Armin Ebenhöh erledigt hat. Aufladen muss auch Simon Markert. Die Feindiagnose hat mittlerweile einen Riss im Motorblock des VW Schneider Polo 8V ergeben. Powerschmied Jürgen Schneider arbeitet mit Vollgas am Aufbau eines neuen. Schließlich steht für die Markerts mit Hauenstein das Heimrennen unmittelbar bevor. Ganz vorne in der Klasse richtet sich Armin Ebenhöh (VW Minichberger Scirocco 16V) häuslich ein, bleibt auch nach dem Ausfall von Marcel hochmotoviert, erzielt eine blendende Serie von Top-Zeiten. 1:19,662 ist die beste davon. Dahinter hat Ronnie Bucher im VW Schneider Corrado 16V alle Hände voll zu tun, um Philipp Plein im 8-Ventiler VW Polo hinter sich zu halten. Im ersten Lauf war Philipp sogar 0,718 Sekunden eher oben im Ziel als Ronnie. Erst im zweiten Durchgang kann dieser die Verhältnisse aus seiner Sicht gerade rücken, zieht um zunächst 0,942 Sekunden an Philipp vorbei. Somit besteht das Podium aus dem souveränen Sieger Armin Ebenhöh, Ronnie Bucher auf Position zwei und Philipp Plein als Drittem. Der Letztgenannte bekommt auch den größten 1400er KW 8V-Trophy Pokal überreicht. René Christall beendet sein Homburg Wochenende im Simca Rallye 2 als Vierter, Thomas Grimm (VW Schneider Polo 16V) als Fünfter. 8-Ventiler Platz zwei sichert sich René Christall, Dritter der roten Startnummern wird Youngster Leon Berchem im Citroen AX GTI. Auch am Sonntagmorgen hat die Defekthexe noch, oder schon wieder, Appetit, vernascht im ersten Run fix das Getriebe im VW Schneider Polo von Rookie Luca Fuchs.
Nur ein 1,6-Liter-Pilot hat den Weg ins Saarland gefunden. Das ist Robert Maslonka mit seinem aufgeladenen VW Polo G60. Prompt landet er – wie von den Regeln gefordert – bei den 2000-Kubikzentimeter-Boliden. Bange machen lässt sich Robert dadurch nicht, will unter den 2-Litern nach Kräften mitmischen. Was ihm auch gelingt. Die Rangordnung in der Klasse wird übrigens schon am Samstag hergestellt – sie bleibt auch während des kompletten Sonntags bestehen. Das bedeutet im Klartext: Sieg für Werner Weiss im Ford Escort RS 1800, 4,781 Sekunden vor Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI), dem Robert Maslonka als Dritter folgt. Die Ränge vier und fünf gehören zwei KW 8V-Trophy Piloten. Das sind Michael Dandl mit seinem BMW E30 und Michael Rauch im Opel Briegel Kadett. Die logischerweise obendrein Erster und Zweiter der 2-Liter 8-Ventiler-Wertung sind.
Zum Trainingsauftakt besteht die Abteilung bis drei Liter Hubraum aus drei Autos. Doch in der zweiten Probeauffahrt verlässt Michael Ostermann den Pfad der Tugend, setzt das Opel Kadett C Coupé 16V neben die Strecke. Leider nimmt der Kadett so viel Schaden, dass an eine nächtliche Reparatur nicht zu denken ist. Bleiben also noch zwei. Thomas Claus (Opel Kadett C Coupé 16V) und Alexander Wolk im VW Minichberger Golf 2 Turbo. Und, schwuppdiwupp, werden die beiden nach oben in die Klasse über 3000 Kubik gestuft. Dort treffen sie auf das BMW E36 M4 R Coupé, in dessen Cockpit Frank Bamberg sitzt. In der neu geschaffenen Allianz klärt sich die Hierarchie schnell: Alexander Wolk gewinnt 4,605 Sekunden vor Thomas Claus, Rang drei geht an Frank Bamberg.
Lasst uns nun weiter gehen zur Division Performancefactor. Deren 5c bietet einiges an Abwechslung. Gut, okay, nicht auf Rang eins. Weil den zu jeder Zeit Fabian Brügge fest in seinen Händen hält. Gegen den 23-Jährigen und seinen BMW E36 325i scheint im Moment kein Kraut gewachsen zu sein. Betrachten wir gemeinsam die Positionen zwei bis fünf. Nach dem Training heißt die Reihung Helmut Knoblich (Citroen C2), Herbert Schmitz im Opel Astra GSI 16V, Dieter Altmann (Citroen C2) und Florian Wissing mit seinem für 2026 neu erworbenen BMW E36 325i. Nach Lauf eins hat Helmut Knoblich noch immer Platz zwei inne, jetzt aber gefolgt von Dieter Altmann, Herbert Schmitz und Florian Wissing. Die Sortierung nach Race-Heat zwei lautet Helmut Knoblich, Dieter Altmann, Florian Wissing und Herbert Schmitz. Im Finale schlägt die große Stunde von Florian Wissing. Mit einer 1:27,876 sprintet er bis auf Endrang zwei nach vorne. Zeiten unterhalb dieser Marke gelingen nur Fabian Brügge. Hinter Florian Wissing reihen sich Helmut Knoblich, Dieter Altmann und Herbert Schmitz ein.
Würde man für die 5b eine eigene Headline schreiben wollen, könnte diese lauten: „Favoritensieg und Achtungserfolg“ Den Achtungserfolg schafft ex-Motorrad-Racer Roman Ahke mit seinem Opel Corsa B GSI, der vor Jürgen Thieme (VW Lupo GTI) Zweiter wird. Den klaren Sieg heftet Moritz Minichbrerger im Honda Civic Type R an seine Fahnen.
Die 5a-Story ist superkurz. Thomas Flik fährt hier mit seinem Renault Clio 3 Cup auf Position eins vor Joshua Korbach im BMW E36 323ti.
Jens Weber heißt der Gewinner der 4b. Mit seinem 16-Ventiler Opel Kadett C Coupé benötigt er in der Addition 7,134 Sekunden weniger für die zweimal 2600 Meter als Stefan Schäfer (Opel Kadett C Limousine 8V), der sich als Zugabe über den 4b KW 8V-Trophy Pokal freuen darf. Platz drei geht an Berg-Gelegenheitsfahrer Alexander Marx im BMW E36 M3.
In der 4a ist Andy Heindrichs das Maß der Dinge. Mit seinem Opel Wiebe Corsa 16V bringt er regelmäßig Spitzenleistungen, siegt deutlich. In Homburg vor Tim Kleinsorg, der mit dem Family BMW 325i im ersten Lauf kurz durchs Gelände pflügt. Doch drei aus zwei rettet den jungen Mann, der sich final als Zweiter platziert. Auf Rang drei ist Alain Meyer zu finden, der sein ganz großes Aha-Erlebnis im dritten Durchgang hat. Ausgerechnet am Brückchen verteilt sein VW Golf 1 das komplette Kühlwasser auf die Golf-Reifen plus kompletter Fahrbahn. Damit verliert er schlagartig den Grip, rutscht auf der eigenen Nässe kräftig aus. Alain selbst übersteht das Manöver unbeschadet. Allerdings löst er eine riesige Abbinde- und Kehraktion aus. Was unter den 15 noch auf den Start wartenden Piloten verständlicherweise Unruhe auslöst. Die Rennleitung räumt diesen deshalb die Möglichkeit ein, die Verhältnisse am Brückchen selbst in Augenschein zu nehmen. Eine gute Lösung. Allerdings friert der Vorfall leider die Positionen auf dem Stand nach Heat zwei ein. Denn niemand ist fortan am Ende des Bergabstückes mehr im vollen Attacke-Modus unterwegs.
Auch die 3b hat in Homburg Auflösungserscheinungen. Pascal Ehrmann, zwei Probe-Heats lang deren schnellster, muss seinen Subaru Impreza WRX STI anschließend zurückziehen. Vermutlich hatte auch der Besuch von der Defekthexe. Also werden Christian Fouquet (Subaru Impreza WRX STI) und Sabine Göhrig samt Ford Focus ST in die 3a hinauf komplimentiert. An deren Spitze ist die Luft dünn. Ganz besonders zwischen Florian Heß im Porsche 997 GT3 Cup und Local-Hero Kai Neu mit seinem Ford Fiesta NSport, den er seit 2026 einsetzt. Der erste Lauf geht an Florian Heß, der zweite an Kai Neu, der dritte wieder an Florian Heß. Aber das spielt aus den im Absatz zuvor geschilderten Gründen keine Rolle mehr, da in Run drei keine weiteren Zeitverbesserungen gelingen. Florian Heß gewinnt 0,547 Sekunden vor Kai Neu, Platz drei sichert sich Gino Kruhs mit seinem neu erworbenen Cupra Leon Competición TCR. Dahinter laufen die Hochgestuften ein. Christian Fouquet auf der Vier und Sabine Göhrig als Fünfte.
Als bester Tourenwagenpilot belegt Florian Heß Gesamtrang neun. Zweiter der Autos mit Dach ist Alexander Wolk, der TW-Dritte heißt Kai Neu. Die Ränge vier und fünf belegen Andy Heindrichs und Armin Ebenhöh.
Damit ist der siebte Lauf der 38. KW Berg-Cup Saison bereits Geschichte. Bleiben noch sechs Rennen, bei denen die Punktekontos im NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup aufgefüllt werden können. Weiter geht es bereits in weniger als zwei Wochen mit dem Hauenstein Bergrennen des MSC-Rhön (24.-26.07.), wo es mit insgesamt über 200 Nennungen ein richtig volles Haus gibt. 14 Tage später geht die Reise Richtung Norden, nach Osnabrück. Es folgen drei Wochen Pause, bevor mit Oberhallau die ganz heiße, entscheidende Phase beginnt. Die uns über Eichenbühl und St. Agatha zum Finale in Mickhausen bringt. Bitte prüft doch eure Terminkalender, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde, wieviel Rennen da noch mit hinein passen. Wir hoffen, das werden ganz viele sein und freuen uns schon jetzt auf euch.
Uli Kohl, 14.07.2026
Das Stadion dazu ist die Käshofer Straße. Genauer gesagt, deren selektive, fürs Rennen genutzten 2,6 Kilometer. Damit für die rasanten Gipfelsprints genügend Schwung aufgenommen werden kann, geht es bergab los. Hinunter zum Brückchen, der ersten Mut- und Schlüsselstelle der Strecke, die vom Saarland nach Rheinland-Pfalz führt.
Exakt 111 Nennungen dafür sind beim Homburger AC eingegangen. Die Jagd auf Bestzeiten werden 65 Teilnehmer aufnehmen, der Rest betätigt sich im Rahmen einer Gleichmäßigkeitsprüfung. Zwei Drittel der Racer sind in den NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup eingeschrieben. Die teilnehmerstärkste Klasse ist mit der 5c im Bereich Performancefactor zu finden, sie umfasst elf Starter. Einer weniger ist es in der 1400er-Abteilung der KW Berg-Cup Gruppe Klassik. Die an der Spitze höchste Spannung verspricht. Mit der Fortsetzung des packenden Duells Armin Ebenhöh mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V gegen Marcel Hellberg im VW Golf 1 16V.
Sowohl am Trainingssamstag als auch am Rennsonntag stehen jeweils drei Läufe auf dem Programm. Der Beginn ist an beiden Tagen auf 08:30 Uhr angesetzt. Bei genauerem Studium der Ausschreibung findet sich im ‚Weitere Bestimmungen‘ genannten Artikel 18 der Passus, dass es bei zügigem Verlauf des Trainings zu den drei geplanten Läufen noch eine Zugabe geben könnte.
Das Fahrerlager des Homburger Rennens ist auf der bekannten Waldwiese sehr komprimiert angelegt. Das heißt für euch, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde, ihr findet das komplette Starterfeld eng nebeneinander stehend. Um bei allen vorbei zu schauen, bedarf es keiner Marathondistanz. Und wer möchte, kann sich beim Fahrerlagerbummel im großen Festzelt stärken, in dem es schon ab 07:00 Uhr Frühstück gibt. An gleicher Stelle finden nach Ende der Aktivitäten auf der Strecke am Samstag auch die Fahrerbesprechung und sonntags die Siegerehrung statt.
Na, nach dem dreigängigem NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Juni-Menü wieder so richtig Appetit auf flotten Gipfelsprint bekommen? Den könnt ihr easy stillen. Durch einen Trip nach Homburg oder eine der nächsten Stationen. Als da sind Hauenstein (24.-26.07.) und Osnabrück (07.-09.08.), letzteres kombiniert mit der ‚FIA Historic Hill Climb Championship 2026‘. Danach folgen drei Wochen Sommerpause, bevor dann in Oberhallau der Endspurt beginnt, der über Eichenbühl und St. Agatha zum Finale in Mickhausen führt. Wir und die jeweiligen Veranstalter setzen stark darauf, euch bei möglichst vielen dieser Events an der Strecke begrüßen zu dürfen.
Uli Kohl, 08.07.2026
Im Moment scheinen die traurigen Nachrichten einfach nicht abzureißen. Am 24. Juni 2026 verstarb Harald Nölling nach einem am Vortag erlittenen E-Bike Unfall im Alter von 67 Jahren. Der selbständige Fahrzeuglackierer aus Bad Berleburg im Sauer-Siegerland sorgte bei mehr als einem KW Berg-Cup Auto für glänzende Außenhaut.
1980 startete Harald selbst aktiv im Motorsport durch, begann mit Nationalen und Internationalen Slaloms, ab 1999 entdeckte er den Berg für sich. 2003 fuhr er auf einer Opel Kadett C Limousine auf Platz drei in der KW 8V-Trophy der damaligen Division II. Später, ab Iberg 2006, wurde ein C-Coupé mit bärenstarkem, bis 10.200 Touren drehenden Gerent 16V-Motor und sequenziellem Drenth 6-Gang-Getriebe sein Arbeitsgerät. Neunmal pilotierte er dieses bis Ende 2007 unter die Top Ten der 2-Liter Klasse, sicherte sich seinen größten Einzelerfolg 2007 am Kyffhäuser als Klassenzweiter und Achter der Tourenwagenwertung. 2006 und 2007 gelang ihm jeweils Platz 12 in der KW Berg-Cup Division II. Harald Nölling wird uns als starker Fahrer, fairer Motorsportler und hilfsbereiter Kamerad immer positiv im Gedächtnis bleiben.
Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, den 10. Juli 2026, um 13:00 Uhr in der Friedhofskapelle Bad Berleburg statt.
Lediglich zwei Tage später verstarb völlig überraschend Josef „Joe“ Nardin mit nur 58 Jahren. Der Lkw-Fahrer aus Andelsbuch im österreichischen Bregenzer Wald prägte mit seinem schwarzen 2-Liter VW Golf 1 GTI viele Jahre lang die KW 8V-Trophy der Division II nachhaltig und eindrucksvoll. Schon 2002 – ein Jahr bevor die KW 8V-Trophy offiziell ausgeschrieben wurde – war er im KW Berg-Cup bester Teilnehmer mit einem 8-Ventil Motor.
Danach gewann er die KW 8V-Trophy der Division II im etwa 230 PS starken Renner dreimal. 2003, 2005 und 2006 war Joe die Nummer eins der roten Startnummern. 2004 pausierte er, zudem kündigte er frühzeitig an, dass er mit 40 den Helm an den Nagel hängen wird. Was er genauso konsequent durchzog wie seine rasanten Bergfahrten. Verabschiedet vom aktiven Sport hat er sich standesgemäß: Ende 2007, als KW 8V-Trophy Vizemeister der Division II. Fast ausnahmslos gehörte er von 2005 bis 2007 zu den Top Ten seiner Klasse, davon sechsmal zu deren besten Fünf. Zweimal führten ihn seine Gipfelsprints aufs Podium. 2005 war er in Nommern Klassengewinner und Sieger der Gruppe H. Noch eindrucksvoller liest sich seine KW 8V-Trophy Vita der drei gerade erwähnten Jahre: Darin sind verzeichnet 28 Podestplätze, die elf Siege beinhalten. Joe Nardin war ein Vollblut-Racer im besten Sinne, der seinen geliebten Sport seriös, mit Leidenschaft und Herzblut ausübte. An ihn, seinen schwarzen Golf und seine rasanten Rennläufe werden wir uns immer gerne erinnern.
Unser tiefempfundenes Beileid gilt den Familien und Freunden von Harald Nölling und Joe Nardin. Wir wünschen ihnen die Kraft und Stärke, die sie jetzt benötigen.
Uli Kohl, 03.07.2026
Gut, ganz so heiß wie vorhergesagt war es dann doch nicht. Zumindest nicht immer. Den Trainingsauftakt am Samstag begleitete Regen, und auch am Sonntag ließen sich Wolken blicken, die ihre Last aber höchstens tröpfchenweise preisgaben. Sonst herrschte bei der Rückkehr des Ibergs in den Kalender eitel Sonnenschein. Was sich auf die Leistungen der Aktiven positiv auswirkte, wie einige superenge Ergebnisse zeigen. Im stimmungsvollen Stadtfahrerlager blieb es an den Abenden lange warm, optimale Bedingungen also für einen ausgedehnten Bummel. Die je vier an beiden Tagen vorgesehenen Läufe konnten realisiert werden. Beginn der Übungsauffahrten war um 08:45, das Rennen startete pünktlich um 09:00, die finalen Resultate liefen um 16:52 Uhr aus dem Drucker. Gewertet wurde im Modus „die besten drei aus vier Rennläufen“, was einmal mehr Einfluss auf manche Ergebnisse nahm. Schon kurz nach der letzten Rückführung baten die Organisatoren des MC Heilbad Heiligenstadt zur Siegerehrung. Wer dabei Preise erhielt und was sich ansonsten auf den 2,050 Kilometern des Holzweges ereignete, das wollen wir in den folgenden Zeilen etwas genauer beleuchten.
Als allererstes sehen wir uns den Auftritt des NSU-Bergpokals an. Zehn luftgekühlte Heckmotorrenner sind nach Heilbad Heiligenstadt gekommen. Sie sortieren sich früh. Einmal mehr ist Jannik Hofmann der Chef im Ring. Er fährt alle Bestzeiten und siegt final mit 8,855 Sekunden Vorsprung vor Jörg Höber. So ganz nebenbei verbessert Jannik gleich im ersten Race Heat noch schnell den NSU-Bergpokal-Streckenrekord seines Papas Steffen aus 2019 um 62 Tausendstelsekunden, schraubt die Marke auf 1:08,722 herunter. Als Dritter ist Dieter Kohl zugleich schnellster der Klassiker. Die Plätze vier und fünf gehen an Andreas Kuhnert, der am Iberg den KWR TT von Teampartner Uwe Schindler pilotiert, und an Walter Voigt. Der Letztgenannte ist obendrein Klassik-Vize, Position drei der Sonderwertung sichert sich Rookie Sascha Dopieralski. Pech und Glück in einem hat Laurin Krystofiak. Kurz vor dem Start des ersten Durchgangs löst sich der Schlauch zwischen Kraftstoffhochdruckpumpe und Einspritzung. Das ist schnell behoben, nachstarten darf Laurin jedoch nicht. Also ist sein erster Run der für das Feld insgesamt zweite. Bei den NSU ist der aufgrund diffuser Fahrbahnverhältnisse aber klar der langsamste. Sieben seiner Kollegen nutzen ihn als Streicher. Das geht bei Laurin allerdings nicht mehr. So wird aus Trainingsrang fünf Rennposition sechs. 
Bei den Klassik-1150ern herrscht klare Rollenverteilung, Doppelerfolg für die zwei Schneider Audi 50 im Feld inklusive. Nach zwei 1:11er und einer supertiefen 1:12er Zeit steht Tobias Stegmann als Gewinner fest. Bernd Deutsch folgt mit zweimal 1:14 und einmal 1:13 auf der Uhr. Rolf Rauch beginnt mit seinem Fiat 128 Rally mit 1:20, zaubert dann in der dritten und vierten Auffahrt 1:17er Marken auf den Asphalt. Im schwierigen Heat Nummer zwei verliert er vergleichsweise wenig Zeit, ist in diesem sogar um 0,668 Sekunden flotter unterwegs als Bernd Deutsch. Schlussendlich ist Rolf Rauch Dritter, Jennifer Kaufel-Meier mit ihrem Fiat Abarth 1000 OT Vierte. Da alle 1150er 8-Ventil-Motoren installiert haben, erübrigt sich eine eigene Betrachtung des KW 8V-Trophy Resultats, es entspricht voll und ganz dem Klassenergebnis.
Die 1,4-Liter der KW Berg-Cup-Division Klassik setzen Maßstäbe. Das beginnt mit der reinen Zahl an Teilnehmern. Zwölf sind es im Training, elf nehmen das Rennen auf. Dazu addiert sich absolut spannender Sport, mit regelmäßig total knappen Abständen. Alle hoffen auf eine Fortsetzung des Glasbach-Duells zwischen Armin Ebenhöh mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V und Marcel Hellberg (VW Golf 1 16V). Bei Betrachtung der Trainingsergebnisse sieht es danach allerdings nicht wirklich aus. Zwar ist Marcel im ersten Probe-Heat knapp zwei Zehntelsekunden eher im Ziel als Armin, doch dann dreht der Scirocco-Pilot den Zeitenspieß um, holt sich am Ende 2.526 Sekunden vor Marcel die imaginäre Poleposition. In der zweiten Startreihe nehmen Thomas Pröschel (VW Schneider Corrado 16V) und Nils Abb mit seinem 8-Ventiler VW Schneider Polo Aufstellung. An diesem treten Schaltprobleme auf, die nicht, wie zunächst erhofft, von Übertragungsteilen ausgelöst werden. Die Feindiagnose ergibt Getriebedefekt, eine Reparatur im Fahrerlager ist leider nicht möglich.
Der Rennauftakt, der auf noch diffuser Fahrbahn stattfindet, entspricht dem Samstagsfinish. Armin Ebenhöh führt 3,271 Sekunden vor Marcel Hellberg, dem Thomas Pröschel, nur 0,493 Sekunden zurück, dicht im Nacken sitzt. Zwei fahren sich bei den schwierigen Bedingungen besonders ins Rampenlicht. Das sind Thomas Grimm (VW Schneider Polo 1 16V) auf Position vier und Jasmin Markert im VW Schneider Polo, die als Klassenfünfte KW 8V-Trophy Beste ist.
Ab Lauf zwei ändert sich das Bild langsam. Marcel Hellberg setzt die Benchmark, in der Addition führt Armin Ebenhöh weiter klar. Es ist ein Spiel im Hundertstel-, ja Tausendstelbereich. Lässt man nach dem dritten Run, der wieder knapp an Armin geht, die erste Auffahrt aus der Berechnung fallen, führt Marcel um 49 Tausendstel. Run vier wird zum absoluten Showdown. Marcel gelingt nochmals eine Zeitverbesserung auf 1:03,566. Armin seinerseits setzt jetzt eine 1:03,919. Damit ist Marcel Hellberg der Gewinner, er liegt final 0,290 Sekunden vor Armin Ebenhöh. Das ist absolut faszinierender Bergrennsport auf allerhöchstem Niveau. Thomas Pröschel wird Dritter, Thomas Grimm Vierter. Auf Endposition fünf hat inzwischen Frank Lohmann die KW 8V-Trophy Leader-Rolle übernommen. Auf Rang vier fehlen ihm schlussendlich lediglich 0,107 Sekunden. Das 8-Ventiler-Podium komplettieren Jasmin Markert als Zweite und René Christall mit seinem Simca Rallye 2 als Dritter.
Klassik 1600er und 2-Liter müssen eine Regel-Zweckehe eingehen und gemeinsam rennen. Die Plätze an der Sonne beanspruchen von Anfang an Bernd Ehrle im Opel Minichberger Kadett C und Werner Weiss mit seinem Ford Escort RS 1800 in der genannten Reihung für sich. Die dritte Stufe des Podiums besetzt im ersten Lauf Ronny Hering (VW Scirocco 1600 Gruppe 2), noch vor Michael Rauch im Briegel Kadett und Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI 16V). Schritt für Schritt arbeiten sich die beiden Letztgenannten im weiteren Verlauf des Rennens nach vorne. Marvin bis auf Rang drei und Michael Rauch auf die Vier. Dort ist er auch Gewinner der KW 8V-Trophy seiner Klasse. Platz zwei der Sonderwertung mit den roten Startnummern geht an Ronny Hering.
In der Abteilung bis 3000 Kubikzentimeter haben sich drei Teilnehmer eingefunden. Die Zusammensetzung heißt zwei 2,5-Liter Opel Kadett C Coupés 16V gegen einen BMW E30 mit 3-Liter-Motor. Die Pace machen die mit dem Blitz im Markenzeichen. Wobei der Vorarlberger Hans Paulitsch voran düst und Thomas Claus in seinem Windschatten folgt. Rang drei ist die Angelegenheit von BMW-Mann Oliver Bunte.
Über 3 Liter siegt ebenfalls ein BMW, dies allerdings leider im Alleingang. Was Frank Bamberg aber nicht daran hindert, seinen E36 M4 R mit ansprechenden Zeiten den Holzweg hinauf zu pilotieren.
Und damit jetzt Wechsel in die KW Berg-Cup Division Performancefactor. In der 5c ist Nick Mai, einer der beiden amtierenden Deutschen Bergmeister, mit seinem BMW E36 nach Glasbach zum zweiten Mal in dieser Saison wieder mit dabei. Zusammen mit Fabian Brügge (BMW E36 325i) gibt er das Tempo vor. Aufregend wird es gleich nach Rennbeginn. Fabian setzt zwar vor Nick und Ralf Fladung mit seinem Peugeot 206 RC die Bestzeit, benötigt aber den Abschlepper. Was war passiert? Die ins Ziel führende letzte Rechts hat Fabian etwas zu optimistisch angegangen. Womit er in der Geschichte der Ibergrennen ganz sicher kein Einzelfall ist. Jedenfalls nimmt der BMW linksseitig stürmischen Kontakt mit der Leitplanke auf. Das vertragen die Räder nicht, die Felgen gehen zu Bruch. Im Brügge-Team nimmt man das relativ gelassen zur Kenntnis: „Wir hoffen, dass neue Räder und eine Vermessung reichen, um weiter dabei sein zu können.“ Und genau so kommt es auch. Fabians zweiter Lauf ist eine sehr flotte Inspektionsfahrt, er überlässt dabei Nick Mai knapp die Pf 5c-Bestmarke. Danach legt allerdings Fabian noch zwei weitere Klassenbenchmarks auf das Holzweg-Parkett. Nick Mai wird Zweiter, Ralf Fladung Dritter. Die Ränge vier und fünf gehen an Markus Fink (Citroen C2 VTS) und Florian Wissing, der vom Simca Rallye 2 über den Winter auf einen BMW E36 325i gewechselt hat, in dem er längerfristig mehr Potenzial bei günstigeren Einsatzkosten sieht.
Die Klassen 9 und 10, sprich Pf 5b und Pf 5a, werden am Iberg, dem Reglement folgend, zusammengespannt. An der Spitze machen es Stephan Korbach (BMW E36 323ti) und Thomas Flik mit seinem Renault Clio 3 Cup spannend. 66 Tausendstel vor Stephan setzt Thomas die Trainings-Benchmark. Stephan präsentiert sich im ersten Race-Heat bestens ausgeschlafen, legt 1,56 Sekunden zwischen BWM und Renault. Auch der zweite Lauf geht an Stephan. Anschließend dreht Thomas Flik voll auf, zieht alle Register, ist zweimal der Klassenschnellste. Aber es nützt nichts mehr. Zwar kann er Stephans Vorsprung noch bis auf 0,651Sekunden eindampfen, aber der Sieger heißt Stephan Korbach. Rang drei geht an Roman Ahke auf seinem Opel Corsa B GSi.
Die Einleitung des letzten Abschnittes kann auch auf die Klassen 11 und 12, Pf 4b und Pf 4a, angewendet werden. Ähnlich wie in der 1400-Klassik lebt auch hier ein packendes Duell wieder auf. Diesmal weckt es Erinnerungen an Wolsfeld 2026. Die Darsteller sind Andy Heindrichs mit seinem Opel Wiebe Corsa 16-Ventiler und Ralph Paulick (VW Golf 1 Minichberger). Im Training erobert der Golf die Poleposition, liegt 0,101 Sekunden vor dem Corsa. Am Sonntag legt Andy Heindrichs noch einen Zahn zu, ist in allen vier Auffahrten einen Tick schneller oben als Ralph Paulick. Mehr als 1,145 Sekunden Vorsprung aus den drei gewerteten Läufen werden es aber nicht, so eng ist der Fight an der Spitze. Position drei gehört einem Auto aus der Pf 4b. Das ist der Opel Kadett C 16V von Jens Weber, der im Schnitt nur etwas über eine Sekunde pro Race-Heat auf die vor ihm platzierten Pf 4a Fahrzeuge verliert. Auf Position vier läuft Tim Kleinsorg (BMW 325i) ein, Fünfter ist Michael Schumacher mit seinem VW Polo G60.
Was ist das bessere Konzept, Front-, Heck- oder Allradantrieb, was bringt am Iberg den besten Schub nach oben, Saug- oder Turbomotor? Das waren die Kernfragen in der Pf 3b. Mittlerweile liegen die Antworten vor. Die Erfolgsformel lautet Heckantrieb, in Kombi mit Saugmotor und Pilot René Frank. Mit seinem BMW Schnitzer M3 E30 DTM setzt er sich im Training und allen vier Rennläufen durch. Dies allerdings knapp, denn am Ende beträgt sein Siegervorsprung auf Lars Bröker (Mitsubishi Lancer Evo X) 0,897 Sekunden. Lars gewinnt den hinter René Frank laufenden Dreikampf der Allrad-Turboboliden sicher, wird Zweiter. Deutlich enger ist die Geschichte zwischen Pascal Ehrmann und Christian Fouquet, die beide auf einen Subaru Impreza WRX STI vertrauen. Bereits in den Übungsauffahrten beginnen sie, sich nach allen Regeln der Kunst zu beharken. Am Beginn sieht es nach einem Erfolg für Pascal Ehrmann aus, doch schlussendlich schafft Christian Foquet die Wende, er holt sich ganze 0,413 Sekunden vor Pascal Ehrmann Platz drei. Die Pf 3b-Fronttriebler laufen auf den Rängen fünf und sechs ein. Das sind im VW Scirocco R-Cup Günter Miethke und Sabine Göhrig mit ihrem nach Glasbach tadellos express reparierten Ford Focus ST.
Zwei Porsche 997 GT3 treten in der Pf 3a an. Die Piloten dazu sind Florian Heß und Albert Vogt. Florian Heß benötigt im Schnitt pro Auffahrt etwa gute zwei Sekunden weniger als Albert Vogt, gewinnt so mit 8,352 Sekunden Vorsprung.

In der zusammen gelegten Pf 2b und 2a treten zwei total unterschiedliche Fahrzeuge gegeneinander an. Das sind der Lamborghini Huracan Super Trofeo Evo 1.5 von Holger Hovemann und Michael Webers Audi 80 Quattro Turbo. Diesen Vergleich gewinnt der V10 motorisierte Lambo deutlich. Bleibt Holger am Samstag nach knapp über der 1-Minuten-Schallmauer, durchbricht er diese am Renntag zweimal, seine schnellste Marke des Wochenendes stellt er im zweiten Run mit 59,525 Sekunden auf, das entspricht samt stehendem Start einem Schnitt von 123,98 km/h.
Fehlt noch die Tourenwagenwertung der Division 1. Holger Hovemann gewinnt diese auf Gesamtplatz sieben. Ihm folgen unmittelbar Florian Heß, Hans Paulitsch und René Frank. Nach Division 2 Fahrer Joel Buckler geht die Tourenwagen-Show auf Seite eins der Liste „Rennergebnis Gesamt“ mit Lars Bröker, Andy Heindrichs, Bernd Ehrle, Ralph Paulick, Werner Weiss, Albert Vogt, Jens Weber, Christian Foquet, Marcel Hellberg und Pascal Ehrmann weiter. Das Division 1 Starterfeld des „28.Int. ADAC Ibergrennen“ setzt sich übrigens zu über 85 Prozent aus eingeschriebenen Teilnehmern des NSU-Bergpokals und KW Berg-Cups zusammen.
Der nächste Lauf der beiden Rennserien des Berg-Cup e.V. führt uns an die Grenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz zum „51. Homburger ADAC Bergrennen“. Der Termin dazu ist der 10. bis 12. Juli 2026. Anschließend geht es im 14.Tage-Rhythmus an den Hauenstein und nach Osnabrück. Anschließend gibt es drei Wochen Sommerferien, bevor Ende August (28.-30.) Oberhallau das letzte Drittel der 38. KW Berg-Cup Saison einläutet, in dem dann die endgültigen Entscheidungen fallen werden. Bitte besucht und folgt uns auf unserer weiteren Tournee so oft wie irgend möglich, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde.
Uli Kohl, 28.06.2026
Geht es euch so? Gedanklich sind wir noch ganz am Beginn der 38. KW Berg-Cup Saison, doch der Blick in den Kalender lehrt, dass im Eichsfeld mit dem „28. Int. ADAC Ibergrennen“ bereits der sechste von dreizehn geplanten Gipfelsprints in Szene gehen wird. Das heißt, wir sind unmittelbar vor Halbzeit. Für NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup geht damit ein heißer Zwischenspurt zu Ende. Bestehend aus den Events Hemberg in der Schweiz, Glasbach und Iberg, mit jeweils nur einer Woche dazwischen. Drei Wochen sind es dann bis Homburg, anschließend liegt der Turnus bei zwei bis drei Wochen Pause. Die Ausnahme von der Regel folgt ganz am Ende. Zwischen Esthofen - St. Agatha und dem Finale in Mickhausen liegt wieder nur eine Woche. Was aus geographischen Gründen – so wie bei Glasbach und Iberg – nicht ganz so schlecht sein dürfte. Nämlich genau dann, wenn die Zeit dazwischen mit wenig Transport-Kilometern und etwas Urlaub verbunden werden kann.
Der Iberg ist nach einer kurzen, durch Baumaßnahmen bedingten, Auszeit wieder zurück. Darüber freuen wir uns aus vielen Gründen. Zu denen gehört das direkt in der Stadt liegende, zentrale Fahrerlager mit seinen Einkaufs- und Gastro-Angeboten ebenso wie der fürs Racing benutzte, 2,050 Kilometer lange Abschnitt der von Heilbad Heiligenstadt nach Kalteneber führenden L2023. Der zunächst mit steilem Start geradeaus geht, um sich dann alsbald selektiv und tricky zu präsentieren. Für Samstag und Sonntag sind jeweils vier Läufe angesetzt, mit den Beginnzeiten 8:45 und 9:00 Uhr. Schon 30 Minuten nach Ende der letzten Rückführung werden die Erfolgreichen des Ibergrennens im Fahrerlagerbereich geehrt.
Um Pokale und Preise bewerben sich knapp 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 31 davon im Rahmen einer Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP), die anderen fighten um die schnellsten Zeiten. 65 davon machen das in Tourenwagen der Division 1. Mit neun Ausnahmen gehören sie alle zum NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup, der seit diesem Jahr dual läuft. Mit einer Division Klassik für verbesserte, vor 2000 gebaute Tourenwagen und – neu – der Division Performancefactor. Für den Event in Heilbad Heiligenstadt lautet die Aufteilung 27 Klassiker und 19 Performer plus stolze zehn luftgekühlte Heckmotorrenner im NSU-Bergpokal. Auch die Klassik-1400er glänzen übrigens mit einer zweistelligen Zahl von 13 Fahrzeugen.
Ein Besuch in Heilbad Heiligenstadt wird sich also auf jeden Fall lohnen, wir freuen uns sehr über alle, die zum Iberg kommen. Weitergeben möchten wir hier noch eine große Bitte des Veranstalters MC Heilbad Heiligenstadt. Das ist die Bitte um Disziplin. Diese betrifft Teilnehmer, deren Begleiter und Schrauber ebenso wie die Besucher, die übrigens im Stadtfahrerlager besonders leicht Kontakt zum illustren Rennvölkchen aufnehmen können. Letztlich ist die erbetene Disziplin ein wichtiger Baustein für den Fortbestand des Ibergrennens. Und den wollen wir als Liebhaber des Bergrennsports doch ganz bestimmt sichern.
Uli Kohl, 17.06.2026
Das kann ja auch gar nicht anders sein, wenn sich zur FIA European Hill Climb Championship noch die Meisterschafts-Prädikate aus Luxemburg, Österreich und Deutschland plus die Serien NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup gesellen. Das ergibt über 130 Teilnehmer aus mehr als 15 Nationen, begleitet von einem großen Aufgebot an Journalisten und Bildberichterstattern. Der Ort Steinbach zeigt sich einmal mehr als perfekter, freundlicher Gastgeber, öffnet Tore, Plätze und Garagen. Reto Meisel bricht am Freitag bei der Pressekonferenz eine Lanze für den flotten Gipfelsprint: „Bergrennsport, das ist eine so offen zugängliche, attraktive und höchst spannende Motorsportdisziplin mit einem unglaublichen Mix an Fahrzeugen, die dringend mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden muss.“

Gut, diesen Auftrag haben wir verstanden, lasst uns also damit anfangen. Zunächst stellen wir die Strecke vor: Seit 2024 ist sie 5.300 Meter lang, bietet 35 Kurven und eine Schikane. Der Zustand ist top, die Sicherheitseinrichtungen ultramodern. Der Vergleich mit einem Eiskanal liegt nahe, gerade im unteren Streckenteil, der nicht nur mit doppelten Leitplanken, sondern zusätzlich mit zahlreichen Betonleitelementen abgesichert ist.
Von Freitag auf Samstag hat es nochmals geregnet, die erste Trainingssitzung ist deshalb mit Vorsicht anzugehen, in der zweiten und dritten Übungsauffahrt sind die Bedingungen konstant gut, Regenreifen und ähnliches haben spätestens ab Mittag Feierabend. Für den Sonntag sind zwei Rennläufe angesetzt, sie beginnen wie die Practice Runs pünktlich um 08:30 Uhr. Was sich dabei ereignet hat, das wollen wir jetzt Klasse für Klasse Revue passieren lassen. Das machen wir gemäß den von DMSB und KW Berg-Cup vorgesehenen Einteilungen, nicht nach dem FIA EHCC Raster.
Als erstes drücken die NSU auf die Anlasserknöpfe, willig springen sechs per Luft gekühlte Motoren an. Schnell kristallisiert sich heraus, dass gegen Jannik Hofmann kein Kraut gewachsen ist, er gewinnt souverän mit großem Vorsprung. Einen der Podiums Mitanwärter zieht im zweiten Wertungslauf die böse Defekthexe aus dem Verkehr. Gemäß Schnelldiagnose hat sie ein Loch in einen Kolben des 1200C von Thomas Krystofiak genagt. Der kann nun aus erster Reihe beobachten, wie Walter Voigt und Wolfgang Weigert die Plätze zwei und drei fixieren. In der NSU-Klassik-Wertung sind die zwei zuletzt genannten die Nummer eins und zwei, Klaus Betten wird hier Dritter. Übrigens: Jannik Hofmann verbessert den NSU-Streckenrekord von Papa Steffen aus 2024 um 0,168 Sekunden auf 2:47,560.
Auf der 1400er Klassik-Bühne läuft ein Krimi der Extraklasse. Armin Ebenhöh (VW Minichberger Scirocco 16V) und Marcel Hellberg im VW Golf 1 16V von Teampartner Markus Hülsmann duellieren sich auf allerhöchstem Niveau. Im ersten Lauf ist Armin 51 Tausendstel-Sekunden eher oben im Ziel als Marcel. Auch im Final-Run ist Armin Ebenhöh einen Tick schneller, diesmal sind es 0,407 Sekunden. Podestplatz drei sichert sich Nils Abb im 8-Ventiler VW Schneider Polo mit spektakulären Fahrten. Rang vier geht an Thomas Pröschel (VW Schneider Corrado 16V), dahinter läuft Philipp Plein ein, der zugleich Zweiter der 1400er KW 8V-Trophy ist. Position drei in der Sonderwertung mit den roten Startnummern holt sich René Christall mit seinem Simca Rallye 2.

Ein Klassik 1600er plus drei 2-Liter ergibt Zusammenlegung. Lars Heisel erklärt von Anfang an, dass er hier mit seinem Opel Böhm Kadett C Coupé 16V der Hausherr ist. Der amtierende KW Berg-Cup Gesamtsieger fährt einen deutlichen Sieg heraus. Vor Youngster Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTi 16V) und Ronny Hering, dessen 1600er VW Scirocco nach den Regeln der früheren Gruppe 2 vorbereitet und deshalb mit einer mechanischen Benzineinspritzung ausgestattet ist. Ronny behält in der Glasbach 8V-Wertung knapp die Oberhand über Michael Rauch im Opel Briegel C Kadett Coupé.
Zwei Mitglieder des Klassik-Clubs bis 3000 Kubikzentimeter sind zum Glasbachrenen angereist. Einer davon, Marcel Gapp, mit Problemen am Zugauto. Endlich Thüringen erreicht, überträgt sich im Training der Technik-Trouble auf den BMW M3 E36 3.0, genauer gesagt auf den Bereich Hinterachse und Differential. Aber bis Sonntag ist alles wieder paletti. Da stört es Marcel wenig, dass Alexander Wolk (VW Minichberger Golf 2 Turbo) die schnelleren Zeiten auf seiner Seite hat. Der Blick in die Gesichter während der Rückführungen beweist, dass Marcel Gapp jeden einzelnen Glasbach-Meter trotzdem voll genossen hat.
So, kümmern wir uns nun um die nach Performancefactor (Pf) eingeteilten Gruppen und Klassen. Im BMW E36 325i hat Fabian Brügge die 5c fest im Griff. Daran ändert auch das Mitmachen von DBM-Vorjahressieger Nick Mai (BMW E36) nichts, er wird Zweiter. Überhaupt ist das Podest fest in BMW Hand: Rang drei holt sich Alexander Reder auf einem 318iS. Die Positionen vier und fünf sichern sich Lukas Friedrich im Ford Fiesta und Hannes Menninger (BMW 318iS).
Die 5b gewinnt Moritz Minichberger mit seinem Honda Civic Type R unangefochten. Mit ihm steigen Luigi D’Acri (Peugeot 106 Rallye 16V) als Zweiter und der österreichische Suzuki-Swift-Sport-Pilot Thomas Großauer als Dritter auf das Siegerstockerl.

In der 5a mischen die internationalen Teilnehmer kräftig mit. Der Gewinner ist Vojtech Beda mit seinem Peugeot 308. Als Zweiter zeigt Leopold Gast (Renault Clio Cup 4) eine beeindruckende Leistung. Final liegt er weniger als vier Sekunden hinter Vojtech Beda zurück. Im zweiten Lauf beträgt die Differenz lediglich 299 Tausendstel. Dorde Vesnic beendet sein Glasbach Wochenende im Renault Clio 4 RS als Dritter, Thomas Flik (Renault Clio 3 Cup) auf Position fünf.
Fünf KW Berg-Cup’ler und ein Gipfelsprinter aus Luxemburg bilden die 4b. Die ersten fünf Positionen gehören von eins beginnend Jens Weber im Opel Kadett C 16V, Michael Schumacher mit seinem VW Polo G60, Maximilian Gast (VW Golf Turbo), Stefan Schäfer auf Opel Kadett Limousine und Josef Faber (Opel Kadett C Coupé).
Das 4a Podium beanspruchen internationale Gäste für sich. Das sind Geburtskind Patrick Mayer (AUT) mit seinem VW Golf 1 16V als Sieger, der Kroate Matija Jurisic (Peugeot 308 TCR 1.6) auf P2 und Norbert Nagy (HUN/BMW E46 1.8T). Mit sehr ansprechenden Zeiten pilotiert Andy Heindrichs seinen Opel Wiebe Corsa 16V auf Rang vier.
Zwei Turbo-Allradler bestimmen das 3b-Tempo. Lars Bröker ist im Mitsubishi Lancer Evo X der Gewinner. Platz zwei ist die Angelegenheit von Pascal Ehrmann (Subaru Impreza WRX STI). Auf Position drei folgt Daniel Winkler mit seinem Audi RS3 TCR. Daniel Müller komplettiert im BMW M140i als Vierter den KW Berg-Cup 3b-Auftritt. Sabine Göhrig dreht sich mit ihrem Ford Focus ST kurz nach dem Start zu Lauf zwei aus der Wertung.
Milovan Vesnic drückt der 3a mit seinem Audi RS3 LMS den Stempel auf, sprintet auf Platz eins. Ihm folgen Kai Neu (Ford Fiesta N Sport) und Florian Heß im Porsche 997 GT3 Cup auf den nächsten Positionen. Kai Neu fährt im ersten Heat 0,811 Sekunden Vorsprung auf Florian Heß heraus. Im Finale ist der aber 0,807 Sekunden schneller, holt Kai somit fast ein. Schlussendlich liegen 4 Tausendstel zwischen Ford Fiesta und Porsche 997.
Alexandru Pitigoi und Michal Roll (beide Porsche 992 GT3 Cup) liegen in der soeben genannten Reihung an der 2b-Spitze. Michael Weber beschädigt sich im ersten Lauf durch Leitplankenkontakt eine rechte Radaufhängung, kann deshalb mit seinem Audi 80 Quattro Turbo im Finale nicht mehr dabei sein.

Mit elf Startern ist die Pf2a sehr gut besetzt. Schon am Trainingssamstag deutet sich an, dass der Spanier Javier Villa Garcia im konsequent nach Pf- und HC1-Regeln gebauten BRC 110T mit 2,1-Liter Honda-Turbo-Power zu beachten sein wird. In der ersten Sonntagsauffahrt bremsen den Spanier ab etwa Streckenmitte Motorprobleme ein. Im VW Minichberger Corrado R Turbo geht Thomas Strasser in Führung, ist 7,514 Sekunden schneller als Javier. Im zweiten Run brennt der Spanier eine schier unfassbare 2:09,650 in den Glasbach Asphalt. Damit pulverisiert er den Division 1 Streckenrekord, den Karl Schagerl mit seinem 860 PS starken VW Golf Rallye TFSI-R 2024 mit 2:15,030 aufgestellt hat, um sage und schreibe 5,380 Sekunden. Mit diesem Meisterstück zoomt er sich in der Addition noch bis auf 29 Tausendstel an Sieger Thomas Strasser heran, wird Zweiter. Position drei ist die Angelegenheit des amtierenden Meisters aus Österreich. Das ist Kevin Michael Raith im Porsche 992 GT3 Cup. In diesem Klassefeld belegt Holger Hovemann mit seinem Lamborghini Huracan ST Evo 1.5 hinter Bernhard Permetinger (BMW Z4 GT3) einen starken fünften Rang.
Die Pf1 und den Gewinn der Division 1 sichert sich Reto Meisel im Mercedes-Benz SLK 340 vor Igor Stefanovski (Ferrari 488 Challenge Evo) und Mitsubishi-Mann Domagoj Perekovic. Wobei noch schnell anzumerken bleibt, dass selbst Reto Meisel das Tempo des zweiten Wertungslaufs von Javier Villa Garcia um mehrere Sekunden nicht mitgehen kann. Seine schnellste Marke ist eine 2:14,333. Für Nicole Prinzing (Audi TT) endet der Trip zum Glasbach nach einem Ausrutscher in Durchgang zwei leider vorzeitig.

Knapp nach 18 Uhr beginnt auf dem Marktplatz in Steinbach vor viel begeistertem Publikum die Siegerehrung. Einige der Teilnehmer bleiben gleich in Thüringen. Denn schon am kommenden Wochenende geht es etwas weiter nördlich, im Eichsfeld, am Iberg weiter. Es ist für NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup das dritte Rennen in Folge. Im Anschluss gibt es drei Wochen Pause bis zum Bergrennen Homburg. Wie wäre es denn damit: Iberg auf jeden Fall noch mitnehmen und im Anschluss daran bis zum Homburg-Termin (10.-12.07.) regenerieren. Denn auch dort brauchen und zählen wir vom NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup auf eure volle Unterstützung, liebe Freunde und Fans unserer Bergrennserien.
Uli Kohl, 17.06.2026
